Hunderte Antworten auf brennende Fragen

von
Hinter Helmut und Lorenzo verbergen sich die Berliner Journalisten Gideon Böss („Die Welt“) und Silvia Meixner sowie der Münchner „Focus“-Redakteur Alexander Wendt.

W
arum fallen in China immer wieder Reissäcke um? Warum tut dem Griechen der Haircut besonders weh? Wäre die Titanic auch gesunken, wenn Helmut Schmidt auf der Brücke gestanden hätte? Macht eine geteerte Lunge wirklich unsterblich? Fragen über Fragen, die Deutschlands schönster und klügster Journalist Deutschlands ältestem und allerklügstem Geistesriesen stellt und dessen belegte Zunge löst. Helmut Schmidts profunde Antworten auf tagesaktuelle, geschichtsphilosophische, mikro- und makroökonomische, religiöse, musikwissenschaftliche sowie auch alle sonstigen Fragestellungen gehören in jeden deutschen Bücherschrank.

Aus Gesprächen mit Lorenzo di Arrabiata in den letzten zwei, drei Wochen versammelt dieses schmucke Bändchen die bleibenden Höhepunkte für uns und künftige Generationen.

Auf ein Gläschen mit Helmut Schmidt: Hunderte Antworten auf brennende Fragen
Auf ein Gläschen mit Helmut Schmidt: Hunderte Antworten auf brennende Fragen
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
ca. 140 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-8135-0590-0

€ 10,00 [D] | € 10,30 [A] | CHF 14,90

(empf.VK Preis)
Verlag: Knaus

Jetzt bestellen!
Bei Ihrem Buchhändler vor Ort oder bei:
Bei amazon.de kaufen
Bei bol.de kaufen
Bei Buchkatalog.de kaufen
Bei buecher.de kaufen
Bei ebook.de kaufen
Bei ebook.de kaufen

Stimmen zum Buch

„Der Weltgeist auf Rädern.“

 

 

 

 

 

 

- Richard David Precht

„Auf meine Rolle als Loki bereite ich mich schon akribisch vor: ich steh jeden Tag drei Stunden in der Raucherlounge vom ‚Goya’. Maschi nennt mich schon ‚Räucherschinken’. Der Mann hat vielleicht Humor.“

- Vroni Ferres, Betriebsnudel

„Wsss? Schmittpuch? Pldzinn!”  

 

 

 

 

 

 

- Helmut Kohl, stellv. Altkanzler


Leseprobe

 

Nach meiner Wehrmachtszeit wurden die Belästigungen schlimmer

Der Kanzler a. D. über Stalkerinnen, heimliche Treffen am Kugelaschenbecher und die gesellschaftliche Geißel des Senior grabbing

 

Herr Schmidt, ganz Deutschland diskutiert immer wieder über sexuelle Belästigung. Sind Sie in Ihrem Berufsleben auch schon einmal Opfer von Nachstellungen geworden?

Lassen Sie mich nachdenken. Also bei der Wehrmacht gab es das Problem nicht, jedenfalls nicht verschärft. Da ging es ja nicht so zu wie heutzutage bei amerikanischen Firmen, in denen Sie kein Kompliment mehr machen dürfen. Anerkennende Bemerkungen über die Frisur, das schicke Luftwaffenkäppi oder die neue Nahkampfspange waren da durchaus üblich. Das blieb natürlich alles im Rahmen, so wie die Wehrmacht überhaupt. Also: Komplimente für meinen scharfen Scheitel hat es wohl geben. Als Belästigung empfunden habe ich sie nicht.

Weiterlesen

Ich meinte allerdings eher Belästigungen in Ihrer Zeit als Politiker oder heute. Müssen Idole nicht ständig mit Übergriffen leben?

Direkte Übergriffe, die gab es. Zuweilen hatte ich mich schon durch den Anblick von Frauen mit einem zu freizügigen Äußeren belästigt gefühlt. Ich erinnere eine Szene im heißen Sommer 1981, als ich einer Demonstration in Bonn gegen den Nato-Doppelbeschluss zusah. Ganz in meine Nähe fuhr ein Cabrio mit vier Frauen vorbei, die alle oben ohne da drinnen saßen und ein Schild hochhielten: „DICKE HUPEN GEGEN ATOMRAKETEN.“ Abgesehen von ihrer politischen Verwirrung fand ich schon deren Körperbild fragwürdig. Die Frauen waren nämlich gar nicht dick.

 

Und gehupt hatten sie auch nicht.

Woher wissen Sie das?

 

Das verrate ich Ihnen gern später. Ich würde gern noch einmal auf Ihre Andeutung zurückkommen, dass Sie auch ernsthaft bedrängt wurden. Dürfen wir mehr erfahren?
Wollen die Menschen tatsächlich wissen, zu welchen absurden Handlungen sich Frauen im Hormonrausch hinreißen lassen?

 

Unbedingt!

Also gut. Im Namen der Zeitgeschichtsschreibung muss das offenbar sein. Ein Fall verlief allerdings eher kurios. Im Jahr 1983 hielt ich einen Festvortrag über Weltwirtschaft vor der Union Sozialdemokratischer Hausfrauen in Pützchen bei Bonn. Noch während ich sprach, reichte mir ein Referent einen Zettel nach vorn, auf dem stand: „Helmut! Unter meiner Kleidung bin ich vollkommen nackt! Im Foyer stehen zwei große Kugelaschenbecher. Dort würde ich gern den Wolf in Dir streicheln.“

Bei der Zettelschreiberin handelte es sich offenbar um Luise Rinser, die sich unberechtigt in die Stadthalle von Pützchen geschmuggelt hatte. Sie war ja Hausfrau, nur eben keine sozialdemokratische. Ganz ähnliche Zeilen soll die Dame übrigens schon an Hitler und Kim Il Sung gerichtet haben. Als Stalkerin war sie nicht ganz unbegabt.

 

Und wie sind Sie mit ihr umgegangen?

Sehr anständig, wie ich finde. Ich gab ihr bei den Kugelaschenbechern einfach den Zettel zurück, verbunden mit der Bemerkung, dass sie sich  bei „Foyer“ verschrieben habe.

 

Und ihre Reaktion?

Sie brach in Tränen aus.

 

Haben solche peinlichen Begegnungen in den letzten Jahren wenigstens abgenommen?

Sie haben zugenommen, und zwar drastisch. Sie erwähnten eingangs den Begriff „Idol“. Das ist Ihr Terminus, nicht meiner. Aber er erklärt doch einiges. Ich will aus der großen Fülle von Vorfällen einen schildern, um meine Situation deutlich zu machen. Kürzlich saß ich in der Maske bei „Maischberger“, und ich hatte mir vorgenommen, mit der Visagistin ein Gespräch über Wechselkurse zu führen. Aber dazu kam es nicht. Sie beugte sich zu mir herunter und sagte in einem anzüglichen Ton: „Sie tragen bestimmt Nierenwärmer und Einlegesohlen. Bei Männern Ihres Alters kenne ich mich aus.“ Natürlich versuchte ich, das Gespräch doch noch auf Euro und Dollar und Renminbi zu bringen, aber sie redete sich richtig in Fahrt: „Ihre ganzen klugen Bücher könnten bestimmt meine kleine Wohnung ausfüllen, Beim Schlump, Nummer 6, erste Etage, mit dem seniorengerechten Fahrstuhl gut erreichbar.“ Da kam es zu einer Situation, wie ich sie noch nie in meinem Leben erfahren hatte:

Mehr im Buch.
Jetzt in ihrer Buchhandlung oder im Online-Shop.

Bei amazon.de kaufen
Bei bol.de kaufen
Bei Buchkatalog.de kaufen
Bei buecher.de kaufen
Bei ebook.de kaufen
Bei ebook.de kaufen

 

Bonusmaterial

Helmut Schmidt mit Karl Lagerfeld: "Stil ab neunzig" Das neue Buch mit DVD. - Wer "Auf ein Gläschen mit Helmut Schmidt" kauft, wird 2014 auch das Nachfolgebuch weiterlesen
Der Chinakenner unter den Altkanzlern verrät, wie frittierte Handfeger und andere Höhepunkte der fernöstlichen Kochkunst schmecken, und rätselt über Genschers unbegreifliche Heimtücke   weiterlesen
Die meisten Schmidt-Verehrer glaubten bisher, der Altkanzler hätte nie so etwas wie Albern‑, Kindheit oder Jugend gekannt, von Pubertät ganz zu schweigen. "Auf ein Glä weiterlesen